Es gibt Gerichte, bei denen man schon beim bloßen Gedanken daran ein warmes Gefühl bekommt. Dieses cremige Nudel Schinken Gratin ist genau so eines: goldbraune Käsekruste, darunter zarte Nudeln in einer samtigen Sahnesauce mit zartem Schinken und aromatischen Kräutern. Ein Klassiker der Ofenküche, der Generationen verbindet und auf jedem Familientisch funktioniert.
Das Besondere an diesem Rezept: Die Nudeln werden ungekocht in die Form geschichtet. Klingt gewagt? Ist aber genial. Die rohen Nudeln garen direkt in der Sahne-Brühe-Mischung im Ofen und nehmen dabei alle Aromen auf. Das Ergebnis ist ein Gratin, das von innen heraus cremig ist – ohne zusätzliches Kochen, ohne separates Abgießen, ohne Stress.
In 50 Minuten – inklusive Backzeit – entsteht ein vollständiges Hauptgericht für vier hungrige Personen. Perfekt für den Feierabend, ideal für Sonntagsessen mit der Familie, und ein Publikumsliebling bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen.
Was macht dieses Gratin so unwiderstehlich?
Nudel-Schinken-Gratin gibt es in unzähligen Varianten. Was dieses Rezept aus der Masse heraushebt, sind drei entscheidende Details:
1. Die ungekochten Nudeln: Die Nudeln werden roh in die Form gegeben und garen im Ofen in der Sauce. Das spart nicht nur Zeit, sondern sorgt auch dafür, dass die Nudeln die Sauce aufnehmen wie ein Schwamm. Das Ergebnis ist intensiver im Geschmack und cremiger in der Textur als bei vorgekochten Nudeln.
2. Die Kombination aus Brühe und Sahne: Reine Sahne wäre zu reichhaltig, reine Brühe zu dünn. Die Mischung aus beidem ergibt eine Sauce, die cremig ist, ohne schwer zu sein. Die Brühe gibt Tiefe und Würze, die Sahne sorgt für die samtige Konsistenz.
3. Der Schmelzkäse als Geheimzutat: Zwei Esslöffel Schmelzkäse in der Sauce sind der Trick, der alles zusammenhält. Schmelzkäse emulgiert die Sauce, macht sie geschmeidig und verhindert, dass Sahne und Brühe sich trennen. Außerdem gibt er eine zarte, käsige Note, die das Gratin von innen heraus cremig macht.
Zutaten im Detail
Für 4 Portionen benötigst du:
- 500 g Nudeln (z. B. Spirelli, Penne oder Fusilli)
- 150–200 g Kochschinken
- 1 Liter Hühner- oder Gemüsebrühe
- 400 ml Sahne
- 2 EL frischer Schnittlauch und/oder Petersilie
- 2 Zwiebeln
- 3 EL Tomatenmark
- 1–2 TL Zucker
- Salz, Pfeffer und Paprikapulver
- 4 EL Speisestärke
- etwas kaltes Wasser zum Anrühren
- 100–200 g geriebener Käse (z. B. Mozzarella oder Gouda)
- 2 EL Schmelzkäse
Die Schlüsselzutaten erklärt
Nudeln – welche Sorte? Spirelli (Fusilli), Penne, Rigatoni oder andere kurze Nudelsorten funktionieren am besten. Sie haben genug Oberfläche, um die Sauce aufzunehmen, und halten ihre Form beim Backen. Lange Nudeln wie Spaghetti sind weniger geeignet, da sie sich schwer schichten lassen.
Kochschinken ist der Klassiker – mild, zart und in fast jedem Kühlschrank zu finden. Wer mehr Geschmack möchte, kann auch Schwarzwälder Schinken, Prager Schinken oder sogar geräucherte Putenbrust verwenden. Vegetarier ersetzen ihn durch gebratene Pilze oder lassen ihn einfach weg.
Die Brühe gibt dem Gratin seine Würze. Hühnerbrühe ist der Standard – sie ist mild und harmoniert mit Schinken und Sahne. Gemüsebrühe funktioniert genauso gut und macht das Gericht vegetarisch (ohne Schinken).
Tomatenmark wird mit Zucker karamellisiert – ein Schritt, der oft vergessen wird, aber einen riesigen Unterschied macht. Das leichte Anrösten des Tomatenmarks mit Zucker gibt der Sauce eine angenehme Süße und Tiefe, die die Säure der Tomaten ausbalanciert.
Speisestärke dickt die Sauce an und sorgt dafür, dass sie die Nudeln umhüllt, statt einfach am Boden der Form zu versickern. Das Anrühren in kaltem Wasser verhindert Klumpen – ein klassischer Trick aus der Soßenküche.
Schmelzkäse – oft unterschätzt, aber unverzichtbar. Er gibt der Sauce Cremigkeit und verhindert, dass die Flüssigkeit beim Backen ausflockt. Toast-Schmelzkäse oder Frischkäse mit Schmelzsalzen funktionieren beide.
Der Käse obendrauf sollte gut schmelzen und bräunen. Mozzarella wird cremig und zieht Fäden, Gouda oder Emmentaler werden goldbraun und knusprig. Eine Mischung aus beidem ist ideal.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Vorbereitung
Schritt 1: Zutaten vorbereiten Hacke die frischen Kräuter – Schnittlauch und Petersilie – fein. Schäle die Zwiebeln und würfle sie. Schneide den Kochschinken in kleine Würfel oder Streifen.
Tipp: Alle Vorbereitungen können schon am Vortag erledigt werden. Zwiebeln, Schinken und Kräuter in separaten Behältern im Kühlschrank aufbewahren.
Nudeln schichten
Schritt 2: Auflaufform vorbereiten Gib die ungekochten Nudeln in eine große, ofenfeste Auflaufform (ca. 30 x 20 cm). Verteile die Schinkenwürfel gleichmäßig zwischen den Nudeln. Durchmischen, sodass der Schinken überall verteilt ist.
Wichtig: Die Nudeln müssen trocken und ungekocht sein. Kein Vorkochen, kein Einweichen – direkt aus der Packung in die Form.
Die cremige Sahnesauce zubereiten
Schritt 3: Zwiebeln karamellisieren Erhitze etwas Butter oder Öl in einem großen Topf. Dünste die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten glasig. Füge den Zucker hinzu und lasse die Zwiebeln leicht karamellisieren – sie sollten goldgelb werden und süßlich duften. Dieser Schritt gibt der Sauce eine zarte Süße, die perfekt zur Säure der Tomaten passt.
Schritt 4: Mit Brühe und Sahne ablöschen Gieße die Brühe und Sahne zu den Zwiebeln und bringe alles unter Rühren zum Kochen. Lasse die Mischung etwa 3–4 Minuten köcheln, damit sich die Aromen verbinden.
Schritt 5: Würzen und verfeinern Rühre das Tomatenmark unter und lasse es kurz mitkochen – etwa 1 Minute. Füge die gehackten Kräuter hinzu und würze mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver und – falls nötig – noch etwas Zucker. Die Sauce sollte kräftig gewürzt sein, da die Nudeln beim Garen viel davon aufnehmen.
Rühre den Schmelzkäse ein und lasse ihn vollständig schmelzen. Die Sauce sollte jetzt sämig und glänzend sein.
Schritt 6: Sauce andicken Rühre die Speisestärke in einer kleinen Schüssel mit etwas kaltem Wasser glatt – keine Klumpen! Gieße die Mischung langsam in die köchelnde Sauce und rühre dabei ständig. Lasse die Sauce einmal kurz aufkochen, bis sie merklich eindickt. Sie sollte die Konsistenz einer cremigen Suppe haben – nicht zu dünn, nicht zu dick.
Auflauf zusammenstellen und backen
Schritt 7: Sauce über die Nudeln gießen Gieße die heiße Sahnesauce gleichmäßig über die rohen Nudeln in der Auflaufform. Achte darauf, dass alle Nudeln bedeckt sind – andernfalls bleiben sie an der Oberfläche hart. Rüttle die Form leicht, damit die Sauce sich gleichmäßig verteilt.
Schritt 8: Mit Käse bestreuen Verteile den geriebenen Käse großzügig über der gesamten Oberfläche. Je mehr Käse, desto knuspriger und goldener die Kruste.
Schritt 9: Backen Heize den Backofen auf 200 °C Umluft vor (220 °C Ober-/Unterhitze). Backe das Gratin in der Mitte des Ofens etwa 30 Minuten, bis die Nudeln gar sind und die Käseoberfläche goldbraun und knusprig ist.
Tipp: Wenn die Oberfläche zu schnell bräunt, die Form mit Alufolie abdecken. Wenn die Kruste zu hell bleibt, in den letzten 5 Minuten die Grillfunktion einschalten (dabei im Blick behalten!).
Schritt 10: Ruhen lassen und servieren Nimm das Gratin aus dem Ofen und lasse es 5 Minuten ruhen, bevor du es anschneidest. In dieser Zeit setzt sich die Sauce und das Gratin lässt sich sauberer portionieren. Mit frischen Kräutern garnieren und heiß servieren.
Variationen für mehr Abwechslung
Mit Gemüse
Füge 200 g Brokkoli-Röschen, Erbsen oder Zucchini-Würfel zu den rohen Nudeln hinzu. Das macht das Gratin bunter und nährstoffreicher.
Mediterrane Variante
Ersetze die Kräuter durch frisches Basilikum und Oregano. Füge 100 g getrocknete Tomaten und 50 g schwarze Oliven hinzu. Verwende Mozzarella als Käse für eine italienische Note.
Mit Hühnchen statt Schinken
Schneide 300 g Hähnchenbrustfilet in kleine Würfel und brate sie vor dem Schichten kurz an. Gibt dem Gratin mehr Substanz und macht es noch proteinreicher.
Vegetarische Version
Lasse den Schinken weg und füge stattdessen 200 g gebratene Pilze (Champignons oder gemischte Pilze) hinzu. Verwende Gemüsebrühe statt Hühnerbrühe.
Mit Käse-Vielfalt
Mische verschiedene Käsesorten: 50 g Mozzarella für Cremigkeit, 50 g Cheddar für Würze, 50 g Parmesan für Umami. Ergibt eine komplexere, intensivere Käsekruste.
Schärfer und würziger
Füge 1 TL Chiliflocken zur Sauce hinzu und verwende geräucherten Schinken. Gibt dem Gratin eine rauchig-würzige Note.
Beilagen und Serviervorschläge
Dieses Gratin ist als eigenständiges Hauptgericht konzipiert und braucht keine schweren Beilagen:
Ein knackiger grüner Salat mit einem einfachen Essig-Öl-Dressing bringt Frische und Leichtigkeit – ideal, um die Cremigkeit des Gratins auszubalancieren.
Gurkensalat mit Dill und Essig ist der klassische deutsche Begleiter zu cremigen Aufläufen.
Tomatensalat mit Balsamico-Dressing und frischem Basilikum gibt eine mediterrane Note.
Knoblauchbrot zum Auftunken der Sauce – manchmal ist das alles, was man braucht.
Nährwerte und warum dieses Gericht sättigt
Pro Portion (bei 4 Portionen):
- Kalorien: ca. 650 kcal
- Kohlenhydrate: ca. 75 g
- Eiweiß: ca. 28 g
- Fett: ca. 35 g
Ein vollständiges, sättigendes Gericht
Mit 28 g Eiweiß pro Portion liefert dieses Gratin eine solide Proteinmenge – aus Schinken, Käse und Nudeln. Die 75 g Kohlenhydrate aus den Nudeln geben langanhaltende Energie, und die 35 g Fett aus Sahne und Käse sorgen für Cremigkeit und ein anhaltendes Sättigungsgefühl.
Das Gratin ist reichhaltig – keine Frage. Aber es ist auch eine vollständige Mahlzeit, die alle Makronährstoffe in ausreichender Menge liefert. Eine Portion sättigt für Stunden.
Nudeln – mehr als nur Kohlenhydrate
Nudeln haben zu Unrecht einen schlechten Ruf. Sie liefern komplexe Kohlenhydrate, die den Blutzucker langsamer ansteigen lassen als einfache Zucker. Außerdem enthalten sie B-Vitamine und – bei Vollkornnudeln – reichlich Ballaststoffe.
Tipps für das perfekte Ergebnis
- Sauce wirklich heiß über die Nudeln gießen: Kalte Sauce verlängert die Backzeit erheblich. Die Sauce sollte köcheln, wenn sie in die Form kommt.
- Alle Nudeln bedecken: Freistehende Nudeln trocknen aus und werden hart. Lieber etwas mehr Sauce als zu wenig.
- Form nicht zu tief: Eine flache, breite Form (ca. 4–5 cm Höhe) gart gleichmäßiger als eine tiefe, schmale.
- Nicht zu früh anschneiden: Die 5 Minuten Ruhezeit lassen die Sauce eindicken und machen das Gratin schnittfester.
- Mit Alufolie abdecken bei zu schneller Bräunung: Lieber länger backen und die Kruste vor dem Verbrennen schützen.
- Am nächsten Tag noch besser: Wie viele Aufläufe schmeckt auch dieses Gratin aufgewärmt oft noch aromatischer.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich andere Nudelsorten verwenden? Ja. Penne, Rigatoni, Farfalle oder andere kurze Sorten funktionieren alle. Lange Nudeln wie Spaghetti sind schwieriger zu schichten.
Muss ich die Nudeln wirklich ungekocht verwenden? Ja – das ist der Kern dieses Rezepts. Vorgekochte Nudeln werden im Ofen matschig. Ungekochte Nudeln garen perfekt in der Sauce.
Was, wenn die Nudeln nach 30 Minuten noch hart sind? Mit etwas Wasser oder Brühe nachgießen, mit Alufolie abdecken und weitere 10 Minuten backen. Eventuell war die Ofentemperatur zu niedrig.
Kann ich das Gratin vorbereiten? Ja. Bis zum Backen alles vorbereiten, abdecken und im Kühlschrank lagern. Vor dem Backen auf Zimmertemperatur bringen – sonst verlängert sich die Backzeit.
Wie bewahre ich Reste auf? Im Kühlschrank 3–4 Tage haltbar. Abgedeckt bei 160 °C etwa 15 Minuten aufwärmen.
Weitere cremige Ofengerichte
Wer dieses Nudel Schinken Gratin liebt, wird auch diese Rezepte begeistern:
Der cremige Hähnchen-Gnocchi-Auflauf ist die italienische Schwester dieses Gratins – mit fluffigen Gnocchi, zartem Hähnchen und einer cremigen Sauce, die süchtig macht.
Für einen schnellen Ofenschmaus ist das cremige Ofen-Tortellini-Blech unschlagbar – gefüllte Tortellini treffen auf eine würzige Tomatensauce und werden im Ofen zu einem unwiderstehlichen Gericht.
Wer es lieber auf dem Herd zubereitet, findet in den cremigen Spaghetti mit Rucola und Schinken eine schnelle Pfannenvariante – in 20 Minuten fertig und genauso lecker.
Fazit
Das cremige Nudel Schinken Gratin ist Comfort Food in seiner reinsten und ehrlichsten Form. Keine komplizierten Techniken, keine exotischen Zutaten – nur gute, vertraute Komponenten, die zusammen etwas Größeres ergeben als ihre einzelnen Teile.
Was dieses Gratin so besonders macht, ist seine Zugänglichkeit. Jeder kann es kochen. Kinder lieben es. Erwachsene schätzen es. Und niemand bleibt hungrig. Es ist das Gericht, das man an einem Dienstagabend genauso machen kann wie am Sonntagmittag – und das jedes Mal genauso gut schmeckt.
Koche es einmal – und es wird zu einem festen Bestandteil deines Repertoires. Guten Appetit!

Cremiges Nudel Schinken Gratin
Zutaten
- 500 g Nudeln z. B. Spirelli
- 150 –200 g Kochschinken
- 1 Liter Hühner- oder Gemüsebrühe
- 400 ml Sahne
- 2 EL frischer Schnittlauch und/oder Petersilie
- 2 Zwiebeln
- 3 EL Tomatenmark
- 1 –2 TL Zucker
- Salz Pfeffer und Paprikapulver
- 4 EL Speisestärke
- etwas kaltes Wasser zum Anrühren
- 100 –200 g geriebener Käse z. B. Mozzarella oder Hartkäse
- 2 EL Schmelzkäse
Anleitungen
- Kräuter fein hacken. Zwiebeln schälen und würfeln. Kochschinken in kleine Stücke schneiden.
- Nudeln schichten:
- Die ungekochten Nudeln in eine große Auflaufform geben und mit den Schinkenwürfeln vermengen.
- Sahnesauce zubereiten:
- Zwiebeln in einem Topf mit etwas Fett glasig dünsten. Zucker hinzufügen und leicht karamellisieren lassen.
- Mit Brühe und Sahne ablöschen und kurz einkochen lassen.
- Würzen & verfeinern:
- Tomatenmark und Kräuter unterrühren. Mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver und etwas Zucker abschmecken.
- Schmelzkäse einrühren, bis er vollständig geschmolzen ist.
- Sauce andicken:
- Speisestärke in kaltem Wasser glatt rühren und in die Sauce geben. Kurz aufkochen lassen, bis die Sauce cremig und leicht sämig wird.
- Auflauf fertigstellen:
- Die Sauce gleichmäßig über die Nudeln gießen, sodass alles gut bedeckt ist. Mit geriebenem Käse bestreuen.
- Backen:
- Im vorgeheizten Backofen bei 200 °C Umluft etwa 30 Minuten backen, bis die Nudeln gar sind und die Oberfläche goldbraun und knusprig ist.




