Es gibt Gerichte, die auf den ersten Blick schlicht wirken, aber beim ersten Bissen eine ganze Geschmackswelt öffnen. Die knusprige Polenta mit Tomaten-Sugo ist genau so ein Gericht. Außen goldbraun und krachend, innen zart und cremig – die Polenta bildet die perfekte Basis für einen Sugo, der vor Tiefe und mediteraner Wärme nur so strotzt.
Dieses Rezept ist eine Hommage an die italienische Cucina Povera, die „Küche der Armen“, die aus einfachen, erschwinglichen Zutaten wahre Köstlichkeiten erschafft. Tomaten, Oliven, Kapern, Knoblauch – Zutaten, die das Mittelmeer atmen, vereinen sich in einem Sugo, der die Polenta auf ein neues Niveau hebt. In 40 Minuten entsteht ein Gericht, das Familie, Gäste und verwöhnte Gaumen gleichermaßen begeistert.
Die Geschichte hinter Polenta und Tomaten-Sugo
Polenta hat eine jahrtausendealte Geschichte in Norditalien, besonders in der Lombardei und im Veneto. Ursprünglich aus Hirse oder Einkorn zubereitet, wurde sie nach der Einführung des Mais im 16. Jahrhundert zu dem Maisgrießgericht, das wir heute kennen. Für viele Generationen war Polenta das tägliche Brot der ländlichen Bevölkerung – günstig, sättigend und unendlich variierbar.
Der Tomaten-Sugo hingegen ist die süditalienische Antwort auf eine gute Sauce: simpel, aromatisch und voller Charakter. Die Kombination mit Oliven, Kapern und – für die mutigen unter uns – Sardellenfilets verleiht dem Sugo eine Komplexität, die man in keiner Flaschensauce findet.
Zusammen ergeben Polenta und Tomaten-Sugo eine Symbiose, die Süden und Norden Italiens auf einem Teller vereint. Ein klassisches Crossover der italienischen Küche, das längst auch in deutschen Küchen begeistert.
Zutaten im Überblick
Für 2 Portionen benötigst du folgende Zutaten:
Für den würzigen Tomaten-Sugo:
- 400 g Kirschtomaten aus der Dose
- 1 kleine rote Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 1 EL Olivenöl
- 4–5 eingelegte Sardellenfilets (optional, aber empfohlen!)
- 50 g Oliven (grün und schwarz, entsteint)
- 1 EL Kapern
- Salz und schwarzer Pfeffer
- ¼ TL Chiliflocken
- 1 TL Honig oder alternative Süße
- 2–3 Zweige glatte Petersilie
Für die gebratene Polenta:
- 400 ml Gemüsebrühe
- 200 ml Milch
- 150 g Instant-Polenta
- 30 g frisch geriebener Hartkäse (Parmesan, Grana Padano oder Pecorino)
- 1 EL Butter
- 2–3 EL Olivenöl zum Braten
Warum diese Zutaten so besonders sind
Die Sardellen – das Geheimnis des Sugos: Wer bisher einen Bogen um Sardellen gemacht hat, sollte sie hier unbedingt ausprobieren. In der Sauce lösen sich die Filets vollständig auf und hinterlassen keine Fischaromen – nur eine unglaubliche Tiefe und Umami, die den Sugo von „lecker“ zu „unvergesslich“ katapultiert. Dieses Phänomen kennt man auch aus der klassischen Bolognese.
Kapern und Oliven – der mediterrane Charakter: Diese beiden Zutaten bringen Salzigkeit, Säure und eine leichte Bitterkeit in den Sugo, die perfekt zur Süße der Tomaten passt. Zusammen mit dem Knoblauch entstehen Aromen, die direkt ans Mittelmeer erinnern.
Der Honig – das Gleichgewicht: Ein kleiner Trick aus der professionellen Küche: Ein Teelöffel Honig mildert die Säure der Tomaten und rundet den Sugo harmonisch ab, ohne ihn süß zu machen.
Instant-Polenta für unkomplizierte Zubereitung: Traditionelle Polenta wird gerne 30–45 Minuten gerührt. Instant-Polenta braucht nur 3–4 Minuten und liefert ein genauso cremiges Ergebnis – ideal für den Alltag.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die Polenta vorbereiten
Schritt 1: Polentamasse kochen Bringe Gemüsebrühe und Milch in einem mittelgroßen Topf zum Kochen. Sobald die Flüssigkeit sprudelt, nimmst du den Topf kurz vom Herd und streust die Instant-Polenta in einem dünnen, gleichmäßigen Strahl ein – dabei ständig rühren, um Klumpen zu vermeiden. Stelle den Topf zurück auf die niedrigste Hitze und rühre die Polenta 3–4 Minuten, bis eine dicke, cremige Masse entsteht, die sich vom Topfrand löst.
Schritt 2: Verfeinern und Auskühlen lassen Reibe den Hartkäse frisch und hebe ihn zusammen mit der Butter unter die heiße Polenta. Würze mit Salz und Pfeffer. Streiche die Masse dann sofort und etwa 1 cm dick auf ein mit Backpapier belegtes Blech. Glatte die Oberfläche mit einem Spatel oder dem Rücken eines Löffels. Lasse die Polenta vollständig auskühlen – das dauert bei Zimmertemperatur etwa 30 Minuten, im Kühlschrank etwa 15 Minuten.
Tipp: Die Polenta muss wirklich fest und kalt sein, bevor du sie schneidest und brätst. Andernfalls zerfällt sie in der Pfanne. Plane die Polenta also als erstes ein und bereite den Sugo in der Zwischenzeit zu.
Den Tomaten-Sugo zubereiten
Schritt 3: Aromaten vorbereiten Schneide die Zwiebel in feine Streifen und hacke den Knoblauch fein. Schneide die Oliven in Scheiben und hacke die Sardellenfilets, falls du sie verwendest, fein. Die Sardellenfilets werden durch das Hacken und das Anbraten nahezu unsichtbar in der Sauce, übertragen aber ihren vollen Geschmack.
Schritt 4: Aromaten anschwitzen Erhitze das Olivenöl in einem Topf oder einer tiefen Pfanne bei mittlerer Hitze. Dünste die Zwiebel und den Knoblauch glasig, ohne dass sie Farbe nehmen – das dauert etwa 3–4 Minuten. Gib die gehackten Sardellen und die Olivenscheiben dazu und schwitze alles weitere 1–2 Minuten an, bis die Sardellen sich aufgelöst haben.
Schritt 5: Sugo köcheln lassen Füge die Kirschtomaten samt Saft hinzu und zerdrücke sie grob mit einem Holzlöffel oder einer Gabel. Rühre Kapern, Chiliflocken und Honig unter. Lasse den Sugo ohne Deckel bei niedriger bis mittlerer Hitze etwa 15 Minuten sanft köcheln. Die Sauce sollte dabei leicht eindicken und die Aromen sich verbinden. Schmecke mit Salz und Pfeffer ab.
Schritt 6: Frische Kräuter einrühren Hacke die Petersilie fein und rühre sie ganz am Ende unter den fertigen Sugo. Frische Kräuter sollten immer zum Schluss hinzugefügt werden, da die Hitze ihr Aroma zerstört.
Die Polenta braten
Schritt 7: Schneiden und Braten Schneide die ausgekühlte und feste Polenta in Rauten, Rechtecke oder beliebige andere Formen. Erhitze 2–3 EL Olivenöl in einer schweren Pfanne oder einer beschichteten Bratpfanne bei mittlerer bis hoher Hitze. Brate die Polentastücke portionsweise – nicht zu viele auf einmal, da sonst die Temperatur sinkt und die Polenta eher dampft als brät – von beiden Seiten 2–3 Minuten, bis sie goldbraun und knusprig sind. Lege die fertigen Stücke auf Küchenpapier.
Tipp für extra Knusprigkeit: Wende die Polentastücke nur einmal. Zu häufiges Wenden verhindert die Krustenbildung. Erst wenden, wenn sich die Polenta ohne Widerstand löst und die Unterseite deutlich gebräunt ist.
Anrichten und Servieren
Schritt 8: Das fertige Gericht anrichten Lege die knusprigen Polentastücke überlappend auf vorgewärmten Tellern aus. Verteile den aromatischen Tomaten-Sugo großzügig darüber oder daneben. Garniere mit etwas frischer Petersilie, einem Hauch Chili oder einem Spritzer hochwertiges Olivenöl.
Variationen und Abwandlungen
Vegetarische und vegane Version
Das Rezept ist mit einer einfachen Anpassung vollständig vegane und vegetarisch: Lasse die Sardellen einfach weg, ersetze die Butter durch vegane Margarine oder mehr Olivenöl und verwende veganen Hartkäse oder Hefeflocken für den käsigen Geschmack in der Polenta. Der Sugo ist in dieser Version genauso aromatisch – die Kombination aus Kapern, Oliven und gutem Olivenöl liefert genug Tiefe.
Mit Rucola und Burrata
Für eine festlichere Variante serviere die Polenta auf einem Bett aus frischem Rucola und lege eine halbe Burratakugel obenauf. Der Sugo kommt daneben. Die Wärme der Polenta lässt den Kern der Burrata leicht schmelzen – ein absoluter Genuss.
Gebackene Polenta
Statt zu braten kannst du die geschnittenen Polentastücke bei 220 °C Umluft auf einem geölten Blech 20–25 Minuten backen. Das Ergebnis ist etwas weniger knusprig, aber fettärmer und praktischer, wenn du für viele Personen kochst.
Mit Salsiccia oder Hackfleisch
Für eine herzhafte Fleischversion brate 200 g Salsiccia (aus dem Darm gedrückt und grob zerkleinert) oder Hackfleisch direkt nach den Aromaten an, bevor du die Tomaten hinzufügst. Das gibt dem Sugo eine robuste, sättigende Note.
Herbstliche Pilz-Variante
Ersetze einen Teil der Tomaten durch 200 g gemischte Pilze (Champignons, Kräuterseitlinge oder Pfifferlinge). Die Pilze werden nach den Aromaten angebraten und verleihen dem Sugo eine erdige, umami-reiche Tiefe – perfekt für kältere Monate.
Polenta als Grundlage für viele Gerichte
Die gebratene Polenta eignet sich nicht nur für Tomaten-Sugo. Serviere sie auch mit Gorgonzola-Soße und Walnüssen, mit gebratenen Pilzen und Thymian oder als knuspriger Snack mit einem Dip aus griechischem Joghurt und Kräutern.
Nährwerte und gesundheitliche Aspekte
Pro Portion (bei 2 Portionen):
- Kalorien: ca. 470 kcal
- Kohlenhydrate: 55 g
- Eiweiß: 14 g
- Fett: 22 g
- Ballaststoffe: ca. 5 g
Polenta – unterschätzte Nährstoffquelle
Polenta ist von Natur aus glutenfrei und daher ideal für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit. Sie liefert komplexe Kohlenhydrate, die den Blutzucker langsam ansteigen lassen, sowie Ballaststoffe für eine gesunde Verdauung. Mit Milch und Käse zubereitet, enthält die Polenta außerdem Kalzium und hochwertiges Eiweiß.
Tomaten – Lycopin und Vitamin C
Tomaten sind reich an Lycopin, einem Antioxidans, das besonders in erhitzter Form gut vom Körper aufgenommen wird. Durch das Einkochen des Sugos wird das Lycopin aus den Tomaten erst richtig verfügbar gemacht. Außerdem liefern Tomaten Vitamin C und Kalium.
Olivenöl – das flüssige Gold
Das Olivenöl in diesem Rezept ist nicht nur Geschmacksträger, sondern auch Gesundheitsbooster. Einfach ungesättigte Fettsäuren und Polyphenole unterstützen das Herz-Kreislauf-System und wirken entzündungshemmend.
Tipps für das perfekte Gelingen
- Polenta rechtzeitig machen: Da die Polenta auskühlen muss, am besten zuerst die Polenta kochen und dann den Sugo zubereiten.
- Nicht zu viel auf einmal braten: Die Polentastücke brauchen Platz in der Pfanne. Zu enge Stücke dampfen statt zu braten und werden weich statt knusprig.
- Sugo nicht hetzen: Die 15 Minuten Köchelzeit sind wichtig. In dieser Zeit entwickeln sich Aromen, die eine kurz gekochte Sauce nicht erreicht.
- Frischer Käse macht den Unterschied: Frisch geriebener Parmesan oder Grana Padano schmilzt besser und hat mehr Aroma als fertig geriebener Käse aus dem Beutel.
- Schärfe nach Wahl: Die Chiliflocken können je nach Geschmack mehr oder weniger verwendet werden. Für Kinder einfach weglassen.
- Sardellen trauen: Wer die Sardellen noch nie probiert hat, sollte klein anfangen – 2 Filets reichen für einen ersten Test. Das Ergebnis wird überzeugen.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich die Polenta im Voraus zubereiten? Ja, die Polenta kann bis zu 2 Tage im Voraus zubereitet und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Abgedeckt mit Frischhaltefolie bleibt sie fest und frisch. Kurz vor dem Servieren einfach braten.
Funktioniert das Rezept mit grober Polenta statt Instant? Ja, aber die Kochzeit verlängert sich erheblich. Grobe Polenta benötigt 30–45 Minuten unter ständigem Rühren. Das Ergebnis hat einen noch kräftigeren Maisgeschmack, ist also je nach Vorliebe sogar lohnenswerter.
Was tue ich, wenn die Polenta zu weich zum Schneiden ist? Stelle sie länger in den Kühlschrank oder kurz ins Gefrierfach (15–20 Minuten). Die Polenta muss wirklich fest und kalt sein. Falls sie zu dünn auf dem Blech war, hilft nur die Kälte.
Kann ich statt Kirschtomaten normale Dosentomaten verwenden? Absolut. Ganze Dosentomaten einfach vor dem Hinzufügen in der Dose grob zerkleinern. Gehackte Dosentomaten funktionieren ebenfalls, ergeben aber eine stückigere Sauce.
Wie lange ist der Sugo haltbar? Im Kühlschrank hält sich der Sugo 3–4 Tage. Er schmeckt aufgewärmt oft noch besser, da die Aromen durchgezogen sind. Einfrieren ist ebenfalls möglich – bis zu 3 Monate.
Weitere herzhafte Rezepte, die du lieben wirst
Wenn dich dieses Rezept überzeugt hat, findest du hier weitere köstliche Ideen für herzhafte Genussmomente:
Für einen wärmenden Ofenschmaus probiere den herzhaften Hirse-Zucchini-Auflauf – saftig, nährstoffreich und unglaublich befriedigend. Ein perfektes Alltagsgericht für die ganze Familie.
Wenn du die knusprige Polenta als Basis noch weiter ausreizen möchtest, ist die knusprige Polenta-Gemüseplatte das nächste Muss in deiner Küche. Gebratenes Gemüse trifft auf goldbraune Polenta – ein Fest der Texturen und Aromen.
Für alle, die herzhaftes Brot lieben, ist das Zucchini-Cheddar-Zupfbrot ein absoluter Geheimtipp. Saftig, käsig und zum Zupfen einladend – perfekt als Beilage oder eigenständiger Snack.
Fazit
Die knusprige Polenta mit Tomaten-Sugo ist ein Gericht, das mit jedem Bissen an Charakter gewinnt. Die perfekte Verbindung aus knuspriger Textur und cremigem Inneren der Polenta, kombiniert mit dem tiefen, aromatischen Sugo voller mediterraner Einflüsse, macht dieses Rezept zu einem echten Highlight auf jedem Tisch.
Was dieses Gericht besonders macht, ist seine Ehrlichkeit: einfache Zutaten, klare Technik, maximaler Geschmack. Ob als schnelles Abendessen unter der Woche, als beeindruckendes Gericht für Gäste oder als vegetarische Alternative zum klassischen Pasta-Abend – die knusprige Polenta mit Tomaten-Sugo erfüllt alle Erwartungen und übertrifft sie noch.
Trau dich an die Sardellen, nimm dir die Zeit für den Sugo und sorge dafür, dass die Polenta wirklich knusprig wird – dann erwartet dich ein Teller voller Glück. Buon appetito!

Knusprige Polenta mit Tomaten-Sugo
Zutaten
- Für den würzigen Tomaten-Sugo:
- 400 g Kirschtomaten aus der Dose
- 1 kleine rote Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 1 EL Olivenöl
- 4 –5 eingelegte Sardellenfilets optional
- 50 g Oliven grün und schwarz, entsteint
- 1 EL Kapern
- Salz und schwarzer Pfeffer
- ¼ TL Chiliflocken
- 1 TL Honig oder alternative Süße
- 2 –3 Zweige glatte Petersilie
- Für die gebratene Polenta:
- 400 ml Gemüsebrühe
- 200 ml Milch
- 150 g Instant-Polenta
- 30 g frisch geriebener Hartkäse
- 1 EL Butter
- 2 –3 EL Olivenöl zum Braten
Anleitungen
- Für die Polenta Gemüsebrühe und Milch in einem Topf zum Kochen bringen. Die Instant-Polenta unter ständigem Rühren einstreuen und bei niedriger Hitze etwa 3–4 Minuten quellen lassen, bis eine cremige Masse entsteht.
- Geriebenen Käse und Butter unterheben. Die Polenta etwa 1 cm dick auf ein mit Backpapier belegtes Blech streichen und vollständig auskühlen lassen.
- Zwiebel in feine Streifen schneiden, Knoblauch hacken. Oliven in Scheiben schneiden, Sardellen (falls verwendet) fein hacken.
- Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebel und Knoblauch bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Sardellen und Oliven kurz mit anschwitzen.
- Tomaten samt Saft hinzufügen und grob zerdrücken. Kapern, Gewürze und Honig unterrühren. Den Sugo ohne Deckel etwa 15 Minuten sanft köcheln lassen.
- Petersilie fein hacken und am Ende unter die Sauce mischen.
- Die feste Polenta in Rauten oder Rechtecke schneiden. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und die Stücke von beiden Seiten jeweils 2–3 Minuten goldbraun und knusprig braten.
- Polenta auf Tellern anrichten und mit dem aromatischen Tomaten-Sugo servieren.




